Wertstromanalyse
BPM-Methoden - Value Stream Mapping.
Die Wertstromanalyse ist eine Methode zur Verbesserung der Prozessführung in Produktion und Dienstleistung. Sie wird auch als Wertstromaufnahme eines Ist-Zustandes bezeichnet, Value stream mapping (VSM).
Mit der Wertstromanalyse wird ein Gesamtüberblick über den Prozess vom Lieferanten bis zum Kunden für Produkte ermöglicht. Diese Übersicht bildet die Grundlage, um Verbesserungspotenziale zu entdecken und ein nachhaltiges Prozessmanagement zu verfolgen.
Erster Schritt der Wertstromanalyse beinhaltet die Auswahl des Produktes oder der Produktfamilie, die betrachtet werden soll. Danach folgt die Erstellung der Ist-Zustands-Wertstromanalyse, um Verschwendungen, Engpässe und Wertschöpfung identifizieren zu können. Mit der Analyse wird am Ende des Prozesses beim Warenausgang begonnen, um den Wertstrom aus Kundensicht betrachten zu können. Es wird sich somit schrittweise zum Wareneingang vorgearbeitet. Dabei werden folgende Prozessparameter bzw. Daten erfasst:
- Zeiten wie Zykluszeit, Rüstzeit, Betriebszeit
- Mengen wie Lagerbestand, Kapazitäten, Losgrößen, Nachbearbeitungsquote
- Qualität wie Anzahl Fehler, Ausschussquote
- Weitere Prozessdaten bei Bedarf
Neben dem Materialfluss wird der interne Informationsfluss mit Daten über Vorgaben und Planungen sowie der externe Informationsfluss vom Kunden zum Unternehmen und vom Unternehmen zum Lieferanten abgebildet. Im dritten Schritt wird der zukünftige Zustand der Prozesse in einem Soll-Zustands-Wertstrom dargestellt. Dieser beinhaltet möglichst keine Verschwendung und ist auf die Anforderungen des Kunden abgestimmt.
Die 3 Mu
Insbesondere im Toyota-Produktionssystem ist das Eliminieren der (Zeit-)Verschwendung ein wichtiger Baustein. Das japanische Wort für Verschwendung ist Muda, das Verfahren zur Beseitigung der Verschwendung ist die sogenannte Muda-Elimination.
Die 3 Mu stehen für die japanischen Begriffe „Muda" (Verschwendung), „Muri" (Überlastung) und „Mura" (Unausgeglichenheit, Schwankungen). Zwischen Muda, Muri und Mura bestehen Wechselwirkungen. Durch Mehrarbeit an einem Prozessschritt (Muri), kann es zu Stillstand an einem anderen Ort kommen (Muda). Schwankt diese Situation abwechselnd, ist Mura und somit eine falsche Auslastung festzustellen.
Muda
Muda steht somit für einen nicht wertschöpfenden Aufwand, der Kosten verursacht und damit zu vermeiden ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es mehrere Arten von Verschwendung gibt. Diese lauten:
- Überproduktion
- Überflüssige Bewegung
- Wartezeit
- Transport
- Prozessübererfüllung
- Bestände
- Fehler, Ausschuss und Nacharbeit
- nicht genutzte Mitarbeiterwissen, wodurch Ideen, Erfahrungen und bestehende Fähigkeiten nicht berücksichtigt oder genutzt werden.
Muri
Muri kann neben Überlastung auch eine nicht ergonomische Tätigkeit bedeuten. Tritt Überlastung langfristig auf, können Auswirkungen, zum Beispiel Ausfall von Mitarbeitern oder Anlagen sein oder Organisationen sowie die Lieferkette betreffen.
Mura
Mura tritt bei nicht zyklischen Tätigkeiten auf und kann sich in Nebentätigkeiten und Unterbrechungen des Prozessen zeigen.