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Prozess-Lebenszyklus

Cradle to Grave - “von der Wiege bis zur Bahre“


platinus_Teaser_Prozesslebenszyklus

„Designen. Ausführen. Optimieren. Wiederholen. – Stillstand ist der einzige Status, den wir uns nicht leisten können.“

Das Lebenszyklus-Konzept ist in der Prozessmodellierung deshalb so etabliert, weil es eine ganzheitliche ‚End-to-End‘-Perspektive einnimmt, die klassisches Silodenken effektiv aufbricht. Ein Lebenszyklus betrachtet einen Prozess von der „Wiege bis zur Bahre“ (Cradle to Grave). Der Begriff Wertstrom (Value Stream) kommt aus dem Lean Management und zeigt eine operative Flussperspektive. Während der Lebenszyklus den strategischen Rahmen mit groben Phasen vorgibt, liefert der Value Stream die operative Tiefenschärfe: Er fungiert als Echtzeit-Abbildung des Prozesses und analysiert präzise die wertschöpfenden sowie nicht-wertschöpfenden Aktivitäten. So macht der Wertstrom harte Fakten wie Liege- und Durchlaufzeiten innerhalb der Lebenszyklus-Phasen sichtbar und optimierbar.

Der Prozesslebenszyklus (Process Lifecycle) beschreibt die verschiedenen Phasen, die ein Geschäftsprozess von seiner Entstehung bis zu seinem Abschluss durchläuft.

Die 3 Lebensabschnitte

Das Solution Lifecycle Modell von platinus unterteilt den Lebenszyklus in drei übergeordnete Abschnitte, die oft als „Transform – Change – Run“ bezeichnet werden:

PhaseFokusHauptaktivität
TransformStrategie"Doing the right things" (Was brauchen wir?)
ChangeProjekt"Doing things right" (Wie bauen wir es?)
RunBetrieb"Keep it running & better" (Wie nutzen und verbessern wir es?)

1. Transform (Strategie & Planung)

Dies ist die Geburtsstunde des Prozesses. In der Transform-Phase wird der Grundstein für den späteren Erfolg gelegt. Es geht nicht um Details, sondern um die Ausrichtung und Einordnunhg in das "Big-Picture".

  • Kernaufgabe: Ableitung der Prozesslösung aus der übergeordneten Unternehmensstrategie.
  • Fokus: Identifikation von Bedarfen (Gaps) und die Einordnung in die Prozesslandkarte (Value Chain).
  • Ergebnis: Ein klares Zielbild und die Entscheidung, welche Prozesse transformiert werden müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und wer dafür zuständig ist.

2. Change (Entwicklung & Einführung)

In der Change-Phase wird die Theorie in die Praxis übersetzt. Hier findet das eigentliche Business Process Improvement (BPI) statt – oft in Projektform.

  • Kernaufgabe: Analyse, Design und technischer Aufbau sowie Test der Prozesslösung.
  • Methodik: Die Lösung wird in Iterationen gebaut, intensiv getestet und schließlich durch Change-Management-Maßnahmen in die Organisation ausgerollt.
  • Value Stream Bezug: Hier wird festgelegt, wie der Wertstrom künftig fließen soll. Verschwendungen werden bereits im Design eliminiert.

3. Run (Betrieb & Optimierung)

Sobald der Prozess "live" ist, beginnt die Run-Phase. Dies ist der längste Abschnitt im Lebenszyklus, in dem die Lösung ihren eigentlichen Wert für das Unternehmen generiert.

  • Kernaufgabe: Sicherstellung des reibungslosen Betriebs sowie die Wartung der Lösung.
  • Kontinuierliche Verbesserung: Der Fokus liegt auf der Analyse von Echtzeit-Daten. Wo entstehen im Alltag Liegezeiten? Wo hakt der Wertstrom?
  • End-of-Life: Die Phase endet erst, wenn die Lösung nicht mehr effizient ist und durch einen neuen Transform-Impuls abgelöst wird.