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Prozesssteckbrief Prozessbetriebseinführung

Prozess-Steckbrief zur Geschäftsprozesseinführung als eine Phase der Geschäftsprozessoptimierung - Business Process Improvement (BPI)


Der Prozesssteckbrief liefert einen schnellen Überblick über alle wichtigen Prozessmerkmale.

Prozess-ID

Prozess-IDProzess-Titelweitere Bezeichnungen
BPM-BPI-KGeschäftsprozesseinführungBusiness Process Commission
Business Process Rollout
Geschäftsprozessbetriebseinführung
Geschäftsprozessinbetriebnahme

Prozesskontext

Dieser Prozess ist ein Hauptprozess der Prozessgruppe Prozessoptimierung. Es bestehen Beziehungen zu folgenden Prozessen:

  • Fachprozesse

  • Projektmanagement

  • Produktmanagement

  • IT-Management

  • Human Ressources

  • Qualitätsmanagement

  • Linienorganisation

Prozesszweck

Die Prozessbetriebseinführung bezieht sich auf den Prozess, eine neue Prozessablauf, eine neue Geschäftsanwendung, ein neues System oder eine neue Arbeitsmethode in den betrieblichen Ablauf einer Organisation zu integrieren. Die Mission der Prozessbetriebseinführung besteht darin, sicherzustellen, dass die neue Lösung effektiv in den Betrieb migriert und erfolgreich in den laufenden Betrieb überführt wird.

Prozesskennzahlen

Erfolgskennzahl (Outcome, Impact)

dienen zur Beurteilung des Erfolges bzw. der angestrebten Wirkung eines Prozesse.

  1. Kundenzufriedenheit mit den eingeführten Prozesslösung.
  2. Prozessmitarbeiter-Zufriedenheit mit den eingeführten Prozesslösung.
  3. Erfüllung der geplanten Prozessleistungsindikatoren und angestrebten Prozessverbesserungen.
  4. Stabiler Prozessablauf - störungsfreier und fehlerfreier Betrieb der neue Prozesslösung.

Ergebniskennzahlen (Output) - Leistungskennzahlen

dienen zur Beurteilung der Ergebnisse bzw. der gelieferten Liefergegenstände eines Prozesse.

  1. stabiler Prozess

Eingangskennzahlen (Input) - Eingangskennzahlen (Input)

dienen zur Beurteilung der eingesetzten Inputfaktoren für den Prozess.

  1. #Aufwand in PT

Störkennzahl

dienen zur Beurteilung von unerwartete und ungeplanten Störungen und Einflüssen auf den Prozess.

  1. #Anzahl Störungen/Zeiteinheit.

Steuerungskennzahlen

dienen zur Beurteilung der Effizienz des Prozesses.

  1. durchschnittliche Prozessmenge. Anzahl der aktiven BPI-Vorhaben.
  2. durchschnittliche Prozesskosten für Prozesseinführung. Diese Kennzahl misst die (Personal-)Kosten, die mit der Durchführung des Prozesses verbunden sind.
  3. durchschnittliche Durchlaufzeit misst die Zeit, die benötigt wird, um einen Prozess von Anfang bis Ende abzuschließen. Eine kürzere Durchlaufzeit deutet auf eine effizientere Prozessausführung hin.
  4. die Bearbeitungszeit bezieht sich auf die Zeit, die zur Durchführung einer bestimmten Aufgabe oder eines Schrittes innerhalb eines Prozesses benötigt wird. Sie kann dazu beitragen, Engpässe oder ineffiziente Teilprozesse zu identifizieren.
  5. Prozessproduktivität = Output/Input = Prozesseinführung / Personalaufwand in €

Prozesskunden

Die Prozesskunden des Operativen Prozessmanagement - Prozessoptimierungs-Prozesses sind:

  1. Führungskräfte (Mitglieder des BPM Governance Boards, Mitglieder der BPM Steering Boards)
  2. Prozessverantwortliche
  3. Prozessmitarbeiter
  4. Kunden des jeweiligen Geschäftsprozesses
  5. Lieferanten des jeweiligen Geschäftsprozesses

Prozessbeschreibung

Die Prozesseinführung folgt der Phase der Prozessimplementierung nach. Geschäftsprozessoptimierung sind meist einmalige Initiativen, die in Form von Organisationsprojekten abgewickelt werden. Typischen Aktivitäten in der Prozessbetriebseinführung sind:

  1. Prozesseinführung initiieren und vorbereiten.
  2. Prozesseinführung vorbereiten - Soll-Prozesslösung installieren und konfigurieren.
  3. Prozesseinführung durchführen - Soll-Prozesslösung aktivieren und hochfahren.
  4. Prozesseinführung begleiten - Prozesswirkung messe, Prozesslösung finetunen.
  5. Prozesseinführung evaluieren - Business Case Informationen aufbereiten und bereitstellen.
  6. Prozesseinführung abschließen.

Prozessauslöser

zeitgesteuerter Auslöser

keine

ereignisgesteuerter Auslöser

Auftrag zur Prozesseinführung einer freigegebene Prozesslösung.

Prozessinput

  1. Projektakte
  2. Prozessakte
  3. freigegebene Prozesslösungen

Prozessdiagramm

WKD-Diagramm-BPI-Einfuehrung

Abbildung WKD-Diagramm-BPI-Einfuehrung (Quelle = platinus)

Prozessablauf

Prozesskonzeption: Prozesse analysieren, designen und prüfen. Requirement2Design

1. Prozesseinführung initiieren und vorbereiten

In diesem Schritt werden die Grundlagen für die Prozesseinführung geschaffen. Die Prozessmitglieder werden informiert und das Vorgehen sowie Termine und Ergebnisse abgestimmt. Eine Projektakte wird angelegt. Bei Bedarf erfolgt eine Unterweisung der Teammitglieder. Aktivitäten dieses Prozessschritt sind u.a.:

  • ein Briefing für die Prozesseinführung zu erstellen. Stakeholder identifizieren und deren Erwartungen und Anforderungen an diese Phase verstehen. (Präsentationen)
  • Bei Bedarf Wissen und "Awareness" zu Prozessmanagement an die Stakeholder zu vermitteln und BPM-Ressourcen bereitstellen. (Schulungsunterlagen, BPM-Wiki).
  • Planung und Koordination: Vorgehen, Ergebnisse und Termine abstimmen. (Projektunterlagen). Identifizierung der Ziele, Anforderungen und Zeitpläne für das Deployment. Festlegung der Zuständigkeiten und Koordination der beteiligten Teams oder Abteilungen.
  • Einführung: Vorstellung der getesteten Prozesslösung. Vorstellung der Prozessdokumentation und der Prozessressourcen.
  • Projektakte anlegen und IT-Infrastruktur konfigurieren.

2. Prozesseinführung vorbereiten - Soll-Prozesslösung installieren und konfigurieren

In diesem Schritt werden Vorbereitungsmaßnahmen durchgeführt. Die Aktivitäten einer Deployment-Vorbereitung können je nach Kontext und Art des Deployments variieren. Veränderungen und die Absicherung des Changes sind immanenter Bestandteil des Prozesseinführung. Die Einführung eines Prozesses bedeutet üblicherweise die Ablöse eines bestehenden Ist-Prozesses durch einen neu konzipierten Soll-Prozess. Diese Änderung bringt oft Widerstand und Verunsicherung bei den Prozessbeteiligten mit sich und muss daher entsprechend mitberücksichtigt und die Verhaltensänderungen gestaltet werden.

Abhängig vom Veränderungsumfang sind entsprechende begleitende Maßnahmen (Schulungen, Infobroschüre, Infoveranstaltung, internes Marketing, ...) vorzubereiten. Strukturelle Änderungen - wie andere Reihenfolge von Abläufen oder neue Werkzeuge und/oder Checklisten - haben üblicherweise geringere Auswirkungen auf Stimmung und Zufriedenheit in Organisationen als kulturelle Änderungen (neue Werte und Verhalten).

Folgende Parameter zur Abschätzung der Komplexität einer Veränderung sind zu berücksichtigen:

  • Bedeutung für Strategie und Geschäftserfolg
  • Auswirkung auf Kunden und Märkte
  • Anzahl betroffener Organisationseinheiten, Standorte, Personen
  • Anzahl betroffener Prozesse, Geschäftsfälle und IT-Systeme
  • Art der Prozessveränderung (radikal, evolutionär)
  • Ausmaß der Eingriffe in Verträge und Befugnisse, Pflichten

Im Allgemeinen umfassen sie jedoch typischerweise die folgenden Schritte:

Process:

  1. Dokumentation und Wissensmanagement: Bereitstellung aktuellen Prozessinformationen (Verfahrensanweisungen, Arbeitsanweisungen, Vorlagen) und Trainingsressourcen (Benutzerhandbücher, Betriebshandbücher, Installationshandbücher,...) für Prozessmitglieder und Stakeholder, die für das Deployment genutzt oder benötigt werden. Bei Bedarf Update der Prozessdokumentationen, die als Referenz für das Deployment dienen können. Prozesswissen finalisieren und Prozessdokumentation je Zielgruppe bereitstellen. Rollenbeschreibungen bereitstellen.
  2. Messen, Analysen für Evaluierung: Eine aktuellen Prozessmessungen in Anlehnung an Six Sigma für Soll-Ist-Vergleich durchführen. Prozessüberwachung einrichten. Einführung eines Überwachungssystems, um das Deployment nach der Implementierung zu überwachen und mögliche Probleme oder Leistungsengpässe zu identifizieren. Planung von Ressourcen für die Nachbetreuung, um auftretende Fragen oder Schwierigkeiten zu beheben und gegebenenfalls Verbesserungen vorzunehmen.
  3. Installation und Konfiguration: Installation der Prozesslösung auf der Produktumgebung vorbereiten.
  4. Testen und Qualitätssicherung: Vorbereiten von Tests die im Zuge der Migration durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass das Deployment ordnungsgemäß funktioniert und die erwarteten Ergebnisse liefert. Dies kann das Testen von Softwarefunktionen, Leistungstests, Sicherheitstests und Workflowfunktionstests auf der Produktivumgebung umfassen.

Product:

  1. Datenmanagement: Überprüfung und Vorbereitung der Daten, die für das Deployment benötigt werden. Dies kann die Bereinigung oder Umwandlung von Datenformaten, die Migration von Datenbanken oder die Sicherung von vorhandenen Daten umfassen.
  2. Ressourcenmanagement: Bewertung der benötigten Ressourcen wie Hardware, Software, Netzwerkressourcen oder personelle Ressourcen. Sicherstellen, dass alle erforderlichen Ressourcen verfügbar sind oder rechtzeitig bereitgestellt werden können.
  3. IT-Lösungs-Installation und Konfiguration: Installation und Konfiguration der für die Prozesslösung benötigten IT-Services und IT-Systeme auf der Produktumgebung vorbereiten.
  4. Backup und Notfallplanung: Erstellung von Sicherungskopien der vorhandenen Systeme oder Daten, um im Falle von Problemen oder Fehlern während des Deployments eine Wiederherstellungsoption zu haben. Entwicklung eines Notfallplans, der die Vorgehensweise bei auftretenden Schwierigkeiten oder unvorhergesehenen Ereignissen festlegt.

People:

  1. Schulung und Dokumentation: Bereitstellung von Schulungsressourcen und Lernmöglichkeiten für Prozessmitarbeiter, die die Prozesslösung betreiben werden. Überprüfung und Sicherstellung, dass den Mitarbeitern die erforderlichen Ressourcen zur Verfügung stehen, um ihre Aufgaben erfolgreich auszuführen. Dazu gehören möglicherweise technische Ausstattung, Software, Tools, Informationsmaterialien oder andere unterstützende Materialien. Die Trainingsressourcen können sowohl Methodenschulungen zu Prozessablauf, als auch Produktschulungen für IT-Systeme umfassen. Update von Trainings-Ressourcen, Tutorials, Anleitungen (How-to-doś) und Referenzen (Nachschlagewerke), die für das Deployment dienen können.
  2. Team- und Organisationsenwicklung: Aktivit�ten der Teamentwicklung zielen darauf ab, die Zusammenarbeit, Kommunikation, Zusammengeh�rigkeit und Effektivit�t sowie die Verhaltensweisen eines Teams zu verbessern. Diese Aktivit�ten sind darauf ausgerichtet, das Vertrauen, die Kooperation und den Teamgeist zu st�rken. Team-Building-�bungen werden durchgef�hrt, um das Zusammengeh�rigkeitsgef�hl und die Kooperation im Team zu st�rken. Reflexions- und Feedback-Runden erm�glichen es dem Team, �ber seine Fortschritte und Herausforderungen zu sprechen. Dies schafft Raum f�r offene Diskussionen, Identifizierung von Verbesserungsm�glichkeiten und St�rkung des Teamgeistes. Ein Team-Retreat bietet die M�glichkeit, sich au�erhalb des normalen Arbeitsumfelds zu treffen und intensiver an Teamentwicklungsaktivit�ten teilzunehmen. Dies kann eine Kombination aus Schulungen, Workshops, Outdoor-Aktivit�ten und Team-Building-�bungen sein. Die genauen Aktivit�ten der Teamentwicklung h�ngen von den Zielen, Bed�rfnissen und der Zusammensetzung des Teams ab.
  3. F�higkeits- und Skillentwicklung: Neue L�sungen erfordern h�ufig neuen F�higkeiten. People-Readiness-Checks, auch als Mitarbeiterbereitschaftspr�fungen bezeichnet, sind Aktivit�ten, die darauf abzielen, sicherzustellen, dass Mitarbeiter auf Ver�nderungen, neue L�sungen vorbereitet sind. Diese Checks dienen dazu sicherzustellen, dass die Mitarbeiter �ber die erforderlichen F�higkeiten, Kenntnisse und Ressourcen verf�gen, um ihre Aufgaben erfolgreich zu erf�llen. Die genauen Aktivit�ten k�nnen je nach Prozess, Team und spezifischem Kontext variieren. Identifikation der Schulungsbed�rfnisse der Mitarbeiter im Zusammenhang mit der bevorstehenden Ver�nderung oder Aktivit�t. Entwicklung und Bereitstellung von Schulungsprogrammen, die darauf abzielen, den Mitarbeitern die erforderlichen Kenntnisse und F�higkeiten zu vermitteln. Das kann in Form von Workshops, Schulungen, E-Learning-Modulen oder anderen geeigneten Formaten erfolgen. Bereitstellung von Unterst�tzung und Ressourcen, um Mitarbeitern bei der Bew�ltigung von Ver�nderungen zu helfen. Das kann in Form von Change-Management-Workshops, Coaching, Mentoring oder anderen Unterst�tzungsmechanismen erfolgen.
  4. Community of Practice: Eine Community of Practice (CoP) ist eine praxisbezogene Gemeinschaft von Personen, die ähnlichen Aufgaben gegenüberstehen und voneinander lernen wollen. Bei Prozesseinführung sollte die Grundstrukturen und die Bildung von Interessensgruppen gefördert werden.
  5. Benutzerunterstützung und Feedback einholen: Einrichtung eines Helpdesks oder einer Support-Hotline, um den Benutzern bei Fragen, Problemen oder technischen Schwierigkeiten zu helfen. Dies kann über Telefon, E-Mail, Ticket-Systeme oder Chat-Funktionen erfolgen. Bieten Sie den Prozessmitarbeitern die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Klarstellungen zu erbitten oder weitere Informationen anzufordern. Nehmen Sie Feedback entgegen und klären Sie mögliche "Open Issues", um sicherzustellen, dass die Anliegen verstanden und interpretiert werden.

Partner:

  1. Kommunikation und Benachrichtigung: Informiere aller betroffenen Parteien über das bevorstehende Deployment, einschließlich Benutzern, Kunden oder anderen relevanten Interessengruppen. Bereitstellung klarer Informationen über Zeitpläne, Auswirkungen und unterstützende Maßnahmen.

3. Prozesseinführung durchführen - Soll-Prozesslösung aktivieren und hochfahren

In diesem Schritt wird die neuen Prozesslösung aktiviert. Es erfolgt die Prozessmigration von „Alt auf Neu“. Es können verschiedene Prozessschritte erforderlich sein, um sicherzustellen, dass der Prozess reibungslos und sicher abläuft. Nach dem Hochfahren werden Feinabstimmungen vorgenommen, um die optimale Leistung des Prozesses zu erreichen. Dies kann die Anpassung von Regelparametern, die Überprüfung und Anpassung von Sicherheitsvorkehrungen und die Überwachung der Prozessergebnisse umfassen. Während des gesamten Prozesses werden alle Aktivitäten und Ergebnisse dokumentiert. Dies umfasst Protokolle, Berichte, Anpassungen an Verfahrensanweisungen und andere relevante Dokumente. Die Dokumentation ist wichtig, um zukünftige Referenzpunkte zu haben und Erfahrungen für zukünftige Inbetriebnahmen zu nutzen.

Im Allgemeinen umfassen sie jedoch typischerweise die folgenden Schritte:

Process:

  1. Datenmigration: Einspielen von Daten in die Prozesslösung auf der Produktumgebung durchführen. IT-Systeme aktivieren.
  2. Überwachung und Auswertung (Analytics): Um die optimale Leistung des Prozesses zu erreichen, sind begleitende Messungen und Überwachungen der Prozessleistungsindikatoren vorzunehmen.
  3. Testen und Qualitätssicherung: Geplante Inbetriebnahmetests die im Zug des Hochfahrens stellen sicher, dass die Prozesslösungen ordnungsgemäß funktioniert und die erwarteten Ergebnisse liefert.

Product:

  1. Datenmigration: Einspielen von Daten in die Prozesslösung auf der Produktumgebung durchführen.
  2. IT-Lösung aktivieren und betrieben: Die für die Prozesslösung benötigten IT-Services und IT-Systeme werden auf der Produktumgebung aktiviert.

People:

  1. Benutzerunterstützung: Benutzern bei Fragen, Problemen oder technischen Schwierigkeiten In der Phase des "Early-Supports" helfen.
  2. Dokumentation und Anleitungen: Erstellung von weiteren Anleitungen und Update der Wissensdatenbank, um den Benutzern Anleitungen zur Verfügung zu stellen. Dies hilft ihnen bei der Nutzung der neuen IT-Prozesslösung.
  3. Kommunikation und Stakeholder-Management: Kommunikation mit den betroffenen Benutzern und Stakeholdern, um über den Status der Inbetriebnahme zu informieren.

Partner:

  1. Kommunikation und Benachrichtigung: Informiere aller betroffenen Parteien über die durchgeführte Inbetriebnahme, einschließlich Benutzern, Kunden oder anderen relevanten Interessengruppen. Bereitstellung klarer Informationen über den Support und unterstützende Ressourcen.

Diese Aktivitäten dienen dazu, den Benutzern in der Phase der Inbetriebnahme Unterstützung zu bieten, ihr Verständnis zu verbessern, mögliche Hindernisse zu überwinden und letztendlich eine reibungslose und erfolgreiche Betrieb sicherzustellen.

4. Prozesseinführung begleiten - Prozesswirkung messe, Prozesslösung finetunen

In diesem Schritt wir der neue Prozess ausgeführt. Die ersten Betriebsphase der neuen Prozesslösung wird begleitet sowie ein "Early-Support" sichergestellt. Auftretende Prozessmängel werden analysiert und behoben (Defect-Management). Hier sind einige typische Aktivitäten der Prozessgestaltung:

  1. Nach der Inbetriebnahme der Prozesslösung kommt es i.d.R. zu geringfügigen Anpassungen und Finetunings und auch zu Mängelbehebungen. U.a. wird die Dokumentation nachgezogen, Parameter angepasst, Berichte angepasst.
  2. Überwachung und Auswertung (Analytics): Prozessreporting startet. Kontinuierliche Überwachung der Nutzung und Leistung der neuen IT-Prozesslösung, um potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Dies umfasst auch die Erfassung von Metriken und Feedback, um die Effektivität und den Nutzen der Lösung zu bewerten. Die Wirkungskontrolle soll anhand des Prozessreportings nachgewiesen werden.
  3. Nach-Prozessmigrationsbetreuung durchführen (Care). Offene Punkte die nach dem Go-Live auftreten, sind zu lösen. Prozessdokumentation finalisieren. Daten für Prozessevaluierung aufbereiten und bereitstellen.
  4. Clean-Up: Es kann erforderlich sein nach der Inbetriebnahme eine "Clean-Up" durchzuführen. Bei Bedarf Aufräumungs-Abbauarbeiten („cleanup, dismantling“) Aktivitäten bei Legacy-Prozessen bzw. Systemen durchführen.
  5. Feedback einholen: Bieten Sie den Empfängern die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Klarstellungen zu erbitten oder weitere Informationen anzufordern. Nehmen Sie Feedback entgegen und klären Sie mögliche Missverständnisse, um sicherzustellen, dass die Informationen richtig verstanden und interpretiert werden. KVPs erfasst und die Dokumentation im Projektakt und Prozessakte abgeschlossen und bereitgestellt.

5. Prozesseinführung evaluieren - Business Case Informationen aufbereiten und bereitstellen

In diesem Schritt werden die Wirkung beurteilt und die Zielerfüllung der neuen Prozesslösung gemessen. Diese Phase kann zeitversetzt stattfinden. Bei Bedarf werden Informationen für eine Nachtkalkulation des Business Cases gesammelt und bereitgestellt. Hier sind einige typische Aktivitäten der Prozessgestaltung:

  1. Zusammenfassung der Ergebnisse: Fassen Sie die identifizierten Informationen und Erkenntnisse in einer prägnanten und verständlichen Form zusammen. Verwenden Sie klare und präzise Sprache, um die Kernpunkte zu vermitteln. Dies kann in Form von Berichten, Präsentationen, Zusammenfassungen oder anderen geeigneten Kommunikationsmitteln geschehen. Die Modelle im BPM-Repository werden für den Freigabe-Workflow vorbereitet. Verknüpften Informationen auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüfen. Dokumentenlenkung durchführen.
  2. Visualisierung: Nutzen Sie Diagramme, Grafiken oder andere visuelle Darstellungen, um komplexe Informationen leichter verständlich zu machen. Visualisierungen können helfen, Trends, Zusammenhänge oder Abweichungen deutlicher zu erkennen und die Kommunikation zu unterstützen.
  3. Kommunikation: Kommunizieren Sie die zusammengefassten Informationen klar und verständlich an die relevanten Stakeholder. Passen Sie Ihren Kommunikationsstil und Ihre Präsentation an das Publikum an, um sicherzustellen, dass die Informationen effektiv vermittelt werden und die Entscheidungsträger angemessen informiert sind. Bei Bedarf Workshops mit den Prozessverantwortlichen für die Vorbereitung der Freigaben durchführen.

6. Prozesseinführung abschließen

In diesem Schritt erfolgt die Abnahme der Prozesseinführung und die Beendigung der Prozessoptimierungsprojektes.

  1. Prozesslösung präsentieren. Das eingeführte Prozesslösung wird dem Entscheidungsgremium präsentiert.
  2. Prozesslösung entscheiden. Das Gremium trifft eine Entscheidung über die Annahme (Acceptance) oder lehnt diese ab. Bei Annahme wird das BPI-Projekt offiziell abgeschlossen.
  3. Entscheidung dokumentieren.
  4. Projektakt abschließend dokumentieren und archivieren.

Prozessoutput

Wesentlich Outputs bzw. Arbeitsprodukte sind:

  • Projektakte
  • Prozessakte
  • eingeführte Prozesslösungen

Prozessabschluss

  • Projektabschlußbericht (PAB) abgenommen.
  • Projektakte archiviert.

Prozessrollen

Zur Darstellung von Verantwortlichkeiten wird die RACI-Zuständigkeit verwendet. Innerhalb des Prozesses werden funktionale/prozessuale Rollen aus dem Rollenmodell verwendet.

Prozesszuständigkeiten

  • Accountable: Projektauftraggeber (= meist der Prozessverantwortliche).
  • Responsible: Projektmanager
  • Contribut: Projektteam
  • Inform: BPM Steering Boards, Prozessmanager, Prozessmitglieder, BPM-Office Team

Objektzuständigkeiten

Im Prozess-Management gibt es verschiedene Rollen, die spezifische Verantwortlichkeiten haben und zum reibungslosen Ablauf beitragen. Die genauen Rollen können je nach Organisation variieren, aber hier sind einige gängige Rollen:

  • Prozessarchitekt. Der Prozessarchitekt ist für die Betriebseinführung deren Elemente mitverantwortlich.
  • Prozessmodellierer. Der Prozessmodellierer ist für die Dokumentation und Pflege des BPM-Repositories zuständig. Dabei sind insbesondere die Modellierungskonventionen und die Richtlinien zur Dokumentenlenkung zu berücksichtigen.
  • HR-Experte: Der HR-Experte ist für Fähigkeitsentwicklung der Prozessmitarbeiter zuständig.
  • IT-Servicekatalog-Manager: Diese IT-Rolle ist für die Bereitstellung von Informationen zu IT-Service zuständig.

Prozesstools

  • PM-HUB
  • BPM-HUB
  • BPM-Repository

Prozess-Anhang

  • BPM-Tutorials
  • BPM-Anleitungen
  • BPM-Referenzen
  • BPM-Themenleitfäden