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Kompetenzmodelle zu Prozessmanagement

Fachlich und methodische Bereitschaft der Prozessmitarbeiter


Lieber grün als grün hinter den Ohren. ~ Exler, Georg-Wilhelm

Ein Kompetenzmodell ist eine strukturierte Darstellung der verschiedenen Kompetenzen oder Fähigkeiten, die für eine bestimmte Rolle relevant sind. Es beschreibt die Wissensbasis, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Verhaltensweisen und Einstellungen, die eine Person benötigt, um erfolgreich in einem bestimmten Prozess oder in einer bestimmten funktionalen Rolle zu agieren.

Kompetenzmodelle können in verschiedenen Kontexten eingesetzt werden, wie in der Personalentwicklung, im Bildungswesen, in der Unternehmensführung oder in der Karriereplanung. Sie helfen dabei, klare Erwartungen an die Leistung und die Entwicklung von Einzelpersonen oder Teams zu definieren und dienen als Grundlage für die Gestaltung von Schulungen, Bewertungen und Ableitung von Entwicklungsmöglichkeiten.

Der Befähigungsnachweis oder Sachkundenachweis ist eine personenbezogene Bescheinigung für die nachgewiesene Fachkompetenz und/oder Methodenkompetenz (=Befähigung) zur Ausübung einer bestimmten Tätigkeit. Um einen solchen Nachweis zu erhalten, müssen daher in der Regel theoretische und praktische Schulungen und Prüfung abgelegt werden.

People-Readiness-Check

Um sicherzustellen, dass die Rollenträger die Ausübung der in den Prozessen und funktionalen Rollen definierten Tätigkeiten auch fachgerecht ausüben, ist bei der Rollenzuweisung ein sogenannte "People Readiness-Check" vorgesehen.

Der People-Readiness-Check basiert auf den Grundlagen des Kompetenzmanagements und des Wissensmanagement.

Hintergrund

Lernenden Organisation

Die Grundvoraussetzung f�r die Schaffung einer lernenden Organisation und der Schl�ssel f�r einen effektiven und gleichzeitig effizienten Wissenstransfer liegt insbesondere in einer Durchl�ssigkeit von Systemen. Diese Durchl�ssigkeit hat sowohl eine kulturelle wie auch eine technische Komponente. Zentrale Erfordernisse sind zun�chst ein klares Bekenntnis der F�hrungskraft zur Herstellung von Durchl�ssigkeit und die Bereitschaft der Mitarbeiter diesem Bekenntnis zu folgen. Technische Systeme k�nnen die Prozesse des Wissensmanagements - inbesondere durch die strukturierte Abbildung von Gesch�ftsprozesse im BPM-REPOSITORY und der Bereitstellung im BPM-PORTAL - unterst�tzen. So bietet das BPM-REPOSITORY und das BPM-PORTAL eine technologische Basis, um die organisationinterne und organisations�bergreifende Durchl�ssigkeit im Bereich der Informationsbeschaffung und -bearbeitung zu erm�glichen. Eine Weiterentwicklung des Instruments, bspw. in Form einer Optimierung des Auffindens bzw. Teilens von f�r eine bestimmte Fragestellung relevanten Informationen k�nnte die Durchl�ssigkeit weiter f�rdern.

Trotz neuer technologischer Entwicklungen können relevante Informationen in großen Datenspeichersystemen nur dann effizient gefunden werden, wenn sie nach bestimmten Regeln gezielt und strukturiert abgelegt wurden. Insofern bedarf es nicht nur der Bereitschaft, Informationen zu teilen, sondern auch einer entsprechenden Methodenkompetenz in Bezug auf die Informationseingabe und Pflege.

Eine weitere Barriere, in Bezug auf die Durchlässigkeit von Systemen, besteht darin, dass tatsächlich vorhandenes und korrekt gespeichertes Wissen nicht bekannt bzw. bewusst ist. Oft fehlt das Know-how, wo welche Informationen für welches Projekt oer Prozess und welche Entwicklungen im eigenen Informationsmanagement zu finden sind. Daher ist es erforderlich, dass alle Mitarbeiter Kenntnis darüber besitzen:

  • wo relevantes Wissen zu finden ist,
  • wie diese Informationen im Kontext der jeweiligen Aufgabenstellung zu bewerten ist, und
  • wozu diese Information (im Sinne eines »handlungsanleitenden Wissens«) eingesetzt wird.

Entsprechend der Devise »Wissen ist die einzige Ressource, die sich vermehrt, indem man sie teilt«, ist gerade die Durchlässigkeit von Wissen innerhalb von Organisationen, insbesondere in Zeiten von Personalknappheit und komplexer werdenden Systembedingungen eine Überlebensstrategie.

Wissensorientiertes Prozessmanagement

Systemisches Wissensmanagement erfolgt prozessbegleitend. Es ist daher Aufgabe des Prozessverantwortlichen in Zusammenarbeit mit dem Prozessarchitekten und wenn vorhanden mit dem Wissensmanager und HR-Organisation, den Rahmen für aktives / laufendes Wissensmanagement zur Verfügung zu stellen, indem Führungskraft und MitarbeiterIn Wissensmanagement aktiv prozessbegleitend betreiben.

WM-MitarbeiterInnen-Arbeitszyklus

Abbildung Wissensmanagement iWM-MitarbeiterInnen-Arbeitszyklus

Auf der Grundlage des Wissenswürfels, der implizites und explizites, individuelles und kollektives sowie internes und externes Wissen visualisiert, lassen sich drei zentrale Herausforderungen identifizieren:

  1. Implizites Wissen in explizites Wissen transferieren.

  2. Individuelles Wissen in kollektives Wissen überführen.

  3. Externes Wissen verfügbar machen und in die organisationale Wissensbasis integrieren bzw. internalisieren