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Modellierung von Quality-Gates

Was sind die Treiber und Beweggründen für Geschäftsprozessmanagement?


vorsicht

Stage-Gate® ist eine eingetragene Marke. Der Begriff ist insbesondere für Beratungsdienstleistungen, Software, Schulungen und Publikationen im Bereich des Innovationsmanagements und der Produktentwicklung geschützt. Um den Markenschutz zu umgehen wird die neutrale Beschreibungen Quality Gate verwendet.

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Ein Quality Gate ist ein Kontrollpunkt in einem Prozess, an dem eine formale Prüfung und Entscheidung über den weiteren Fortlauf des Prozesses getroffen wird.

Man kann es sich wie eine Prüfamt vorstellen: Erst wenn alle geforderten Dokumente, Qualitätsmerkmale oder Ergebnisse vorliegen, öffnet sich das „Tor“ zur nächsten Phase.

Komponenten eines Stage Gates

Ein Quality Gate ist nicht nur ein "Ja/Nein"-Check, sondern ein integriertes Managementsystem, das Vorgaben, Ziele, Messbarkeit, Nachweise und Risikominimierung in einer lückenlosen Kette (Traceability) miteinander verknüpft.

Traceability-Diagramm_Quality-Gates

1. Norm-Schicht (Das „Was“ – Die Vorgabe)

Diese Ebene definiert die regulatorische oder interne Grundlage.

  • Objekttyp Vorgabe: Hier wird die spezifische Norm-Anforderung oder die Fragestellung definiert, die das Quality Gate adressieren muss.
  • Rollen: Ein fester Verantwortlicher (Quality Gate Owner) ist der Kontrolle zugeordnet.

2. Ziel-Schicht (Das „Warum“ – Die Erwartung)

Hier wird der Zweck der Kontrolle definiert.

  • Kontrollziel: Sicherstellung der Prozessintegrität und Fehlervermeidung an den Wertschöpfungsschnittstellen durch spezifische Prüfungen.

3. Mess-Schicht (Die Quantifizierung)

Um die Wirksamkeit des Quality Gates zu beurteilen, werden Kennzahlen (KPIs) hinterlegt:

  • Compliance-Rate: Wie sehr werden die Vorgaben eingehalten?
  • First Pass Yield (FPY): Wie viele Objekte passieren das Gate im ersten Anlauf ohne Fehler?
  • Rework-Quote: Wie hoch ist der Anteil der Nachbesserungen?

4. Evidenz-Schicht (Der „Beweis“ – Das Gedächtnis)

Diese Komponente ist entscheidend für die Traceability (Rückverfolgbarkeit). Sie umfasst:

  • Prüfobjekte: Die eigentlichen Arbeitsergebnisse, die geprüft werden.
  • Nachweise/Aufzeichnungen: Das Prüfprotokoll oder der Beleg, dass die Kontrolle stattgefunden hat.
  • Prozess-Objekte: Hilfsmittel wie Checklisten oder Repositories (z. B. aBPM-Process Assets), die den Prüfvorgang unterstützen.

5. Operative Schicht (Das „Wie“ – Die Umsetzung)

Dies beschreibt den tatsächlichen Prozessschritt:

  • Kontrollaktivität: Durchführung der Quality-Gate-Kontrolle (oft unterstützt durch Tools wie Jira).
  • Ergebnis: Das Gate wird erfolgreich passiert (z. B. „Technisches Design abgenommen“) oder abgelehnt.

6. Risiko-Schicht (Die Rechtfertigung)

Jedes Quality Gate existiert, um spezifische Risiken zu minimieren:

  • Fehlerkaskaden (Snowball Effect): Verhindern, dass Fehler in nächste Prozessphasen mitgeschleppt werden.
  • Mangelnde Compliance: Vermeidung von Schattenprozessen.
  • Revisionsrisiken: Schutz vor rechtlichen oder datenschutztechnischen Verstößen.

Die möglichen Entscheidungen

An einem Stage Gate gibt es klassischerweise vier Ausgänge:

  • Go: Alles ist in Ordnung, der Prozess springt in die nächste Phase.
  • Kill: Der Prozess / Projekt ist nicht mehr wirtschaftlich oder technisch umsetzbar und wird beendet.
  • Hold: Der Prozess / Projekt wird pausiert (z. B. aufgrund fehlender Ressourcen oder Marktänderungen).
  • Recycle (Redo): Der Prozess muss einen Schritt zurückgehen, um Mängel zu beheben, bevor er das Gate erneut passieren darf.

Modellierung eines Quality Gates

Da ADONIS dem BPMN-Standard folgt, wird ein Quality Gate prozessual meist durch eine Kombination von Objekten dargestellt:

  • Aufgabe (Task): Zuerst wird eine Aktivität modelliert „Quality Gate Kontrolle durchführen“.

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    • Wenn das Quality Gate im Kontext von IKS (Internes Kontrollsystem) steht, ist es mit dem Objekt „Kontrolle“ - das die Qualitäts-Kontroll-Kriterien (Checkliste) spezifiziert - verknüpft: Das Objekt Kontrolle “CO: Quality Gate: Abnahme technisches Design” ist an die Aktivität anhängen. in den Attributen der Kontrolle kannst du hinterlegen:

      image-20260408062705121

      Die Kontrolle wird mit den Objekt Kontrollziel verknüpft

      Die Kontrolle wird mit einem „Dokument“-Objekt „Quality-Gate-Prüf-Checkliste“ verknüpft.

      Die Kontrolle wird mit dem Objekt Risiko verknüpft

      Die Kontrolle wird mit einem “Control-Owner” verknüpft.

      Die Kontrolle kann mit Compliance-Vorgaben verknüpft werden.

  • Zwischenereignis (Intermediate Event): Viele Nutzer verwenden ein Zwischenereignis und wählen in den Repräsentationseigenschaften ein Meilenstein-Symbol (oft eine kleine Raute oder ein Flaggen-Icon).

  • Datenobjekte: Das Quality Gate wird mit einem „Dokument“-Objekt „Quality-Gate-Prüfprotokoll“ verknüpft, um zu zeigen, welcher Input für die Entscheidung nötig ist.