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Kennzahlen folgen dem Prozessfluss

Die logische Struktur: Input, Process, Output, Outcome


platinus-Teaser-Prozesskennzahlen-Logik

Vom Input zum Impact – alles im Blick.

Dieses spezifische Kennzahlensystem – oft als IOOO-Modell (Input, Output, Outcome, Outtake) erweitert um Stabilität und Steuerung bezeichnet – ist das "Präzisionsinstrument" im Business Process Management.

Der Nutzen liegt vor allem darin, dass es die Kausalitätskette (Ursache-Wirkungs-Zusammenhang) eines Prozesses vollständig abbildet. Der größte Nutzen ist die Ganzheitlichkeit. Der Process Owner steuerst nicht mehr nur "auf Sicht", sondern hast eine 360-Grad-Kontrolle über Aufwand, Ablauf, Ergebnis, Wirkung und Sicherheit.

Logische Struktur: Input, Process, Output, Outcome

Dieser Ansatz zur Strukturierung von Prozesskennzahlen folgt dem Fluss der Wertschöpfung und hilft dabei, genau zu identifizieren, wo ein Problem liegt.

Kennzahlensysteme-Processflow

Abbildung Kennzahlensysteme-Processflow (Bildquelle = platinus)

  • Input-Kennzahlen / Aufwandskennzahlen: Was stecken wir rein? (z. B. Rohmaterialkosten, investierte Arbeitsstunden). Aufwandsmesswerte bzw. Aufwandsnachweis sind die Aufzeichnungen über die während eines definierten Zeitraums entstandenen Aufwände für die Erbringung der vereinbarten Prozessleistungen bzw. Prozessprodukte.
  • Prozess-Kennzahlen (Throughput): Wie effizient arbeiten wir? (z. B. Durchlaufzeit, Maschinenbelegung).
  • Output-Kennzahlen / Leistungskennzahlen: Was kommt direkt dabei raus? (z. B. produzierte Stückzahl, Anzahl erledigter Tickets). Leistungsmesswerte bzw. Leistungsnachweis sind die Aufzeichnungen die gegenüber dem Prozesskunden belegen, dass die vereinbarten Leistungen erbracht wurde. Output is a tangibel or intangible deliverable of an activity.
  • Outcome-Kennzahlen / Erfolgskennzahlen: Welchen Effekt hat das beim Kunden/am Markt? (z. B. Kundenzufriedenheit, Marktanteil). Wirkungsmesswerte bzw. Erfolgsnachweis sind die Aufzeichnungen die gegenüber dem Prozesskunden bestätigen, dass der Prozess den Nutzen bzw. Wert erwirkt hat. Outcome is a result for a stakeholder enabled by one or more outputs. Value is the perceived benefits, usefulness and importance of something.
  • Stabilitäts-Kennzahlen: Welche unerwarteten Störungen sind aufgetreten? Stabilitätsmesswerte bzw. Stabilitätsnachweise sind Aufzeichnungen über die während eines definierten Zeitraums aufgetretenen, unerwarteten Störungen und Abweichungen. Prozessfähigkeit beschreiben die Fähigkeit ein definiertes Ergebnis zu erzielen.
  • Steuerungskennzahlen: Zielwerte mit Grenzwerten (Thresholds) beschreiben Erwartungen und Anforderungen hinsichtlich Qualität, Verfügbarkeit (availability), Zuverlässigkeit (reliability), Wartbarkeit (serviceability) und Sicherheit (security) sowie Vorgaben / Rahmenbedingungen (Condition, Compliance-Rules) die der Geschäftsprozess zu erfüllen hat.

Vorteile dieser Struktur

1. Präzise Fehlerlokalierung (Die "Wo-Frage")

Ohne diese Gliederung weißt du bei Problemen nur, dass das Ergebnis nicht stimmt. Mit diesem System siehst du sofort den Ort der Störung:

  • Stimmt der Output nicht? (Produktionsproblem)
  • Stimmt der Outcome nicht? (Strategieproblem – wir produzieren das Richtige, aber der Kunde will es nicht).
  • Ist der Input zu hoch? (Ressourcenproblem).

2. Trennung von Leistung (Output) und Wirkung (Outcome)

Dies ist der strategisch wertvollste Nutzen.

  • Beispiel IT: Ein Team kann 100 Tickets schließen (Output = super). Wenn der Nutzer aber danach immer noch nicht arbeiten kann, ist der Outcome (Wertschöpfung) gleich null.
  • Nutzen: Das System verhindert "blinden Aktionismus" und stellt sicher, dass die IT echten Business Value generiert.

3. Nachweisbarkeit und Compliance (Leistungsnachweis)

Durch die explizite Unterscheidung von Aufwands- und Leistungsnachweis schafft das System rechtliche und vertragliche Sicherheit:

  • Es belegt gegenüber dem Kunden, dass die vereinbarte Arbeit getan wurde (Output).
  • Es belegt gegenüber dem Management, dass die Rahmenbedingungen (Compliance/Security) eingehalten wurden.

4. Risikomanagement durch Stabilitäts-Kennzahlen

Während klassische Systeme nur den "Sonnenschein-Prozess" messen, integriert dieser Ansatz die Prozessfähigkeit.

  • Nutzen: Du erkennst, wie anfällig ein Prozess für Störungen ist. Ein effizienter Prozess, der aber alle zwei Tage zusammenbricht, ist wertlos. Die Stabilitätskennzahl ist dein Frühwarnsystem.

5. Aktive Steuerung statt passiver Beobachtung

Durch Steuerungskennzahlen (Thresholds) wird das System von einem Berichtsheft zu einem aktiven Regler:

  • Thresholds definieren den "Korridor", in dem sich der Prozess bewegen darf.
  • Nutzen: Management by Exception. Man muss nicht alles prüfen, sondern nur eingreifen, wenn Grenzwerte bei Verfügbarkeit oder Sicherheit gerissen werden.